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Was ist mit falsch-positiven Ergebnissen bei Antigentests (Spezifität)?

  
  
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Stand Dezember 2020

Für die bei uns überwiegend erhältlichen Antigentests gibt es mittlerweile einige unabhängige Validierungsstudien. Darin wurde i.d.R. eine Spezifität von 99-100% gezeigt.

Laut der “Heimtest-Studie” (siehe oben) von Ciesek et al., in der jedes positive Antigentest-Ergebnis per PCR-Test überprüft wurde, lag die Spezifität bei 10836 Antigentests und nur 16 Falschpositiven bei >99,8%.

Im Universitätsklinikum Heidelberg, wo jedes positive Antigentest-Ergebnis per PCR-Test überprüft wurde, lag die Spezifität bei über 7000 Antigentests und nur 7 Falschpositiven bei >99,9%.

Laut anderen Praxisberichten (1, 2, 3) aus Kliniken lag die Spezifität ebenfalls deutlich über 99%.

Bei den “Massentests” in Wien im Dezember 2020, bei denen jedes positive Antigentest-Ergebnis per PCR-Test überprüft wurde, lag die Spezifität an 2 Tagen bei 43618 Antigentests und nur 36 Falschpositiven bei >99,9% (exkl. 113 PCR-Nachtestungen, die nicht wegen eines positiven Antigentests, sondern weil der Nasenabstrich nicht funktionierte, erfolgten) (1 i.V.m 2).

Bei den (ersten) “Massentests” in der Slowakei Ende Oktober/Anfang November 2020 lag die Spezifität bei mehr als 5,27 Millionen Antigentests rechnerisch (nicht basierend auf PCR-Bestätigungen) bei 99,85%.

Da ein positives Antigentest-Ergebnis aber trotzdem zu ≤1% falsch-positiv sein kann, muss laut aktueller TestV (Stand 01.12.2020) auf einen positiven Antigentest ein PCR-Test zur Bestätigung erfolgen.

Allerdings zeichnet sich ab, dass falsch-positive Ergebnisse (mit demselben Test) meist systematisch (eventuell durch bestimmte Bakterien im Nasen-Rachen-Raum) und nicht zufällig sind (1, 2). Das ist insofern gut, dass man im Zweifel ggf. in der Folge auf einen anderen (Antigen-)Test beim regelmäßigen Screening ausweichen kann.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass in der Studie von Corman, Drosten et al. ein falsch-positives Antigentest-Ergebnis nur bei 2 von 24 Personen mit einem anderen der insgesamt 7 untersuchten Antigentests reproduzierbar war. Beide Personen waren jedoch mit den jeweiligen 5 anderen Antigentests richtig-negativ. Darauf spielte Herr Prof. Drosten in der NDR Info-Podcastfolge 68 (1:47:20) eventuell an, während er in Folge 66 (1:03:08) mit Blick auf die o.g. Studie offensichtlich von der Test-Wiederholung mit demselben Antigentest sprach. Denn dabei waren in der o.g. Studie ca. die Hälfte der falsch-positiven Ergebnisse reproduzierbar (bezogen auf die 100 Personen mit anderem Atemwegsinfekt).

Wenn irgendwo die Rede davon ist, dass z.B. jeder “3te positive Antigentest falsch” war (wie übrigens im Beispiel “Wien” oben), dann bedeutet das nicht, dass jeder 3. Antigentest falsch-positiv war bzw. dass die Spezifität bei nur 66,6% liegt (im Beispiel “Wien” lag diese ja bei >99,9%). Denn die Spezifität bezieht sich auf alle durchgeführten Antigentests.

Vielmehr liegt in dem Beispiel der positive prädiktive Wert (PPV), also die Wahrscheinlichkeit, bei einem positiven Antigentest wirklich infiziert (hier eher infektiös) zu sein, bei 66,6%. Der PPV ist von der Inzidenz abhängig. Beispiel: Bei einer Spezifität von 99,5%, Sensitivität von 95% (bezogen auf Infektiosität), 1000 Tests und einer Inzidenz von 50 oder 200/100.000 EW ergibt sich ein PPV von 8,68% bzw. 27,58% (hier nachzuvollziehen).

Aber: Die Inzidenz hat keinen relevanten Einfluss auf die absolute Zahl der falsch-positiven Ergebnisse. Beispiel: Bei einer Spezifität von 99,5%, 1000 Tests und einer Inzidenz von 50 oder 200/100.000 EW ergeben sich in beiden Fällen 5 Falschpositive (bei 10000 Tests wären es 50). Es ändert sich hauptsächlich die Zahl der richtig-positiven Ergebnisse und damit das Verhältnis von Richtig-Positiven zu Falsch-Positiven.

Mit Antigentests können wir übrigens auch die Anzahl von “Falschpositiven” in Quarantäne reduzieren. Durch “Freitestung” zwecks Verkürzung der Quarantänedauer und/oder v.a. durch Früherkennung der Indexfälle.

  
  
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5 months ago
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