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Was ist mit falsch-negativen Ergebnissen bei Antigentests (Sensitivität)?

  
  
Posted 5 months ago
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Stand Dezember 2020

Für die bei uns überwiegend erhältlichen Antigentests gibt es mittlerweile einige unabhängige Validierungsstudien. Darin wurde bei hohen (meist ansteckenden) Viruslasten i.d.R. eine Sensitivität von 95-100% gezeigt.

Antigentests sind ausreichend sensitiv, um (nur) hohe (meist ansteckende) Viruslasten zu erkennen. Gerade deshalb korreliert ein positiver Antigentest besser mit dem Erfolg, aus Proben von Patient:innen Virus anzuzüchten (= verlässlichster Hinweis auf eine Ansteckungsfähigkeit), als ein positiver PCR-Test (1, 2). Oder anders gesagt: Gerade weil Antigentests hauptsächlich nur hohe Viruslasten erkennen, kann man aus Proben, bei denen der PCR- und der Antigentest positiv sind, fast immer (infektiöses) Virus anzüchten (= meist hohe Viruslast), aus Proben, wo nur der PCR-Test positiv ist (= meist geringe Viruslast), dagegen nur selten.

Wenn irgendwo von falsch-negativen Ergebnissen in Bezug auf Antigentests (in Relation zum PCR-Test) die Rede ist, sollte man sich, wenn möglich, die Viruslasten (Ct-Werte) der falsch-negativen Proben anschauen. In der Regel besitzen diese eine niedrige (meist nicht ansteckende) Viruslast (hohe Ct-Werte).

Wenn ein Test in einer Studie eine Gesamt-Sensitivität von z.B. 80% (relativ zum PCR-Test) gezeigt hat, heißt das nicht, dass er generell 20% falsch-negative Ergebnisse erzeugt. Denn die Gesamt-Sensitivität ist abhängig von den Viruslasten der in der jeweiligen Studie untersuchten Proben. Wären in der entsprechenden Studie weniger Proben mit niedriger (meist nicht ansteckender) Viruslast bzw. mehr Proben mit hoher (meist ansteckender) Viruslast dabei gewesen, wäre die Gesamt-Sensitivät höher ausgefallen, so dass man sich immer in den Studien die Sensitivitätswerte bei verschiedenen Viruslasten (Ct-Werten) anschauen sollte (muss), sofern angegeben (siehe ausführlich unten).

Der PCR-Test erkennt Infizierte - je nach Antigentest/PCR/Datengrundlage - ca. 24 Stunden früher als ein Antigentest. Allerdings sind bei diesen niedrigen Viruslasten (<10^6,5 RNA-Kopien/ml; entspricht der mittleren Nachweisgrenze von guten Antigentests) wahrscheinlich nur ca. 20% infektiös. Dies betrifft v.a. Viruslasten von 10^5-10^6,5 RNA-Kopien/ml und damit einen Zeitraum von unter 24 Stunden, in dem - je nach Zeitpunkt/Viruslast - 50-90% der Infektiösen jedoch trotzdem von guten Antigentests erkannt werden würden (1, 2).

Dass der PCR-Test etwas früher und dabei zuverlässiger anschlägt, hat insofern selten praktische Relevanz für die Früherkennung von Infizierten, dass aktuell (Stand 10.12.2020) im Normalfall kein PCR-Test (vorsorglich) zu diesem frühen (symptomlosen) Zeitpunkt erfolgt.

Trotzdem macht das noch mal deutlich (vgl. oben): Auch bei einem negativen Antigentest muss die AHA+AL-Formel eingehalten werden!

Man sollte sich generell klarmachen, dass alle infizierten Personen im Dunkelfeld, die nie einen PCR-Test machen/bekommen “falsch-negativ” sind: Der überwiegende Teil der ca 20% asymptomatische Personen, aber absolut gesehen wahrscheinlich noch viel mehr minimal- bzw. mild-symptomatische Personen, die nicht zum Arzt gehen oder bei denen aktuell (Stand 10.12.20) ohne schwere respiratorische Symptome i.d.R. kein PCR-Test mehr indiziert ist. Diese könn(t)en wir jedoch durch einen Antigentest in der infektiösen Phase (vorab) identifizieren.

  
  
Posted 5 months ago